Initiative für europäisches Kulturerbe

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Initiative für europäisches Kulturerbe: Das kulturelle Erbe Europas

Die Initiative für europäisches Kulturerbe ist Teil der gleichnamigen, zwischenstaatlichen Kampagne, die 2006 mit der Absicht gegründet wurde, das Wissen der Bürger im Bereich « Europäische Geschichte » zu verbessern. Zu dieser Initiative, die seit 2011 durch die EU koordiniert wird, gehören unter anderem folgende erste Standorte: das Haus Robert Schumann in Metz, Athen als antike Stadt, der Friedenspalast in Den Haag (Niederlande), sowie das Konzentrationslager Westerbork (Niederlande).

Die Initiative hat zum Ziel das Zugehörigkeitsgefühl, insbesondere junger Menschen, zur EU zu stärken. Es sollen gemeinsame europäische Werte vermittelt und auf die gemeinsame Geschichte und Kultur verwiesen werden.

Im Gegensatz zu anderen Kulturinitiativen, wie beispielsweise die Unesco, fördert die Initative für europäisches Kulturerbe an erster Stelle die europäische Integration, sowie die gemeinsamen Grundsätze und Identitäten der Bürger und nicht die ästhetischen oder architektonischen Werte der jeweiligen Orte.

Folgende Kriterien sind ausschlaggebend für die Wahl eines Standortes der « Initiative für europäisches Kulturerbe» :

- der symbolische Wert des Ortes für die Geschichte und Kultur Europas und/oder der Europäischen Union
- die Qualität der bereitgestellten Informationen und Bildungsmöglichkeiten
- die Qualität des Arbeitsplans und der Verwaltung des Ortes

 Das Europaviertel in Straßburg – Standort 2015

Aufgrund seiner Geschichte und seiner geographischen Lage ist Straßburg eine Europametropole : Als Grenzstadt, als Begegnungsort der lateinischen und der germanischen Welten, sowie als Symbol der Aussöhnung der Völker, hat Straßburg den Reichtum dieser beiden Kulturen in sich vereinigt.

Daher gilt die Stadt seit 1949 auch als Europastadt mit symbolischem Wert, was durch die zahlreichen, geschichtsträchtigen Orte noch betont wird (der Palais Universitaire, in dem erstmals die Mitglieder des Ministerkommitees und der Parlamentarischen Versammlung des Europarats zusammentrafen ; der Balkon der Aubette auf dem Winston Churchill seine berühmte Rede zur Europäischen Integration hielt, die Europabrücke nach Kehl…).

Auch aufgrund dieses symbolischen Wertes der Stadt haben sich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs der Großteil der neu gegründeten europäischen Institutionen und Anstellungen im Europaviertel niedergelassen : der Europarat, der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte, die Europäische Bürgerbeauftragte, das europäische Direktorat für die Qualität von Arzneimitteln (EDQM), das Europäische Jugendzentrum, die Europäische Audiovisuelle Informationsstelle, ARTE, das Internationale Institut für Menschenrechte sowie zahlreiche Konsulate und Botschaften.

Das Lieu d’Europe, der Parcour d’Europe aber auch das Informationszentrum der Europäischen Union (re)präsentieren die europäische Dimension des Standortes Straßburg; sie ermöglichen Begegnungen der Bürger und die Vermittlung europäischer Geschichte.

 Die Ziele

Die Bewerbung um die Initiative Europäisches Kulturerbe bietet straßburger Europa-Akteuren die Gelegenheit sich zu versammeln um zur Würdigung des Europaviertels ein gemeinsames Projekt zu konzipieren, das folgende Ziele verwirklicht:

- Straßburg als Europahauptstadt fördern und Projekte kreiren die den europäischen Wert der Stadt unterstreichen und welche die Akteure vor Ort sowie Einwohner und Touristen gleichermaßen einbeziehen
- Den kulturellen Tourismus ankurbeln
- Das Europaviertel für Einwohner und Touristen weiter öffnen und somit auch die Besuchermassen, die momentan größtenteils auf der Grand-Ile versammelt sind, weiter verteilen.
- Den Bürgern die Möglichkeit bieten mehr von der europäischen Kultur in Straßburg zu profitieren und aktiv an der Gestaltung des heutigen und auch des zukünftigen Europas teilzuhaben
- Kulturelle und künstlerische Bildung fördern, nicht zuletzt mit Projekten die im Lieu d’Europe realisisert werden
- Versammlung von “Europa-Akteuren” in Straßburg und zur Planung von gemeinsamen Projekten
- Gemeinsame demokratische und menschenrechtliche Werte in Straßburg vermitteln

 Das Timing und die Vorgehensweise

Die Auswahl der Standorte findet in zwei Schritten statt : eine nationale Vorauswahl und eine finale Auswahl, durch unabhängige Experten, auf europäischer Ebene, unter der Verantwortung der Europäischen Kommission.

Bei der nationalen Vorauswahl im November 2014 wurde das Europaviertel durch eine französische Jury unter der Leitung des französischen Kultur- und Kommunikationsministers ausgewählt.

Das Kandidatur-Dossier wird 2015, zur Prüfung bei der Europäischen Kommission eingereicht.

Das Kandidatur-Dossier ist eine Gemeinschaftsarbeit, die durch mehrere Partner der Stadt, europäische Institutionen und Vereinigungen ausgearbeitet wird.