Konferenz “Museen der Shoah, Prinzipien und Missionen”

Photo Dominique Chevqlier

 

Freitag, 27. Januar um 19h45 im Daniel Riot Saal

Im Allgemeinen stellen die Werke renommierter Architekten, die Museen, die dem schmerzhaften Gedenken der Shoah gewidmet sind, auf effiziente Weise gleichermaßen symbolhafte Orte sowie Produkte des territorialen und kulturellen Marketings dar. Die Besonderheit dieser Museen liegt nicht in der Qualität ihrer Ausstellungen (Die Lager und Orte der Katastrophe selbst sind aus diesem Blickwinkel aussagekräftiger), sondern in der Weise wie sie diese schwierige Geschichte erzählen, nämlich durch die unerschrockene museografische und architektonische Auswahl. Die Museen der Shoah sind übrigens aus diesem Grund Modelle für jegliche Museen geworden, die andere schmerzhafte Erinnerungen ausdrücken. Diese Darstellungen prägen natürlich den politischen, historischen, geopolitischen, Gedenk-, sozialen, ökonomischen, städtischen und großstädtischen Dialog, ganz gleich, wie unterschiedlich ihr Ursprung ist, ihre Ziele bleiben identisch: Ökonomisch, weil es darum geht, eine nicht unerhebliche Anzahl an Touristen anzulocken bestehend aus der breiten Öffentlichkeit, Schülern, Spezialisten, Zeitzeugen, Entkommenen oder Nachkommen, denen man angemessene Ressourcen zur Verfügung stellen muss, denn jedes dieser Bauwerke präsentiert sich wie ein nationales Mittel, dass aus globaler Sicht den Frieden und die Versöhnung fördert.

Gerade für diese unterschiedlichen Bauwerke und Missionen der Museen interessiert sich Dominique Chevalier, Geographie Dozentin an der Universität Claude Bernard in Lyon.